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Bundesweit fast 70.000 Einsätze durch Orkan "Kyrill" PDF Drucken
Geschrieben von Martin Pfeiffer   
Freitag, 19 Januar 2007

allgemeinesÜber 100.000 Feuerwehrangehörige leisteten der Bevölkerung Hilfe

Quelle: Deutscher Feuerwehrverband

19.01.2007, Berlin – Von gespannt bis normal reicht die erste Bilanz, die sich nach dem Or­kan „Kyrill“ in den deutschen Feuerwehren abzeichnet. „Bundesweit wurde uns von fast 70.000 Einsätzen berichtet“, erklärt Rudolf Römer, stellvertretender Bun­desgeschäftsführer des Deutschen Feuerwehrverbandes (DFV). Bei rund 100.000 eingesetzten Feuerwehrkräften gab es zwei Todesopfer zu beklagen. Hinzu kommen mindestens 30 verletzte Feuerwehrangehörige – darunter etwa ein Berufsfeuerwehrmann in Dresden, der Kopfverletzungen davontrug.

In Berlin verzeichneten die in Ausnahmezustand versetzten Feuerwehren über 1.100 Einsätze. Da am neuen Hauptbahnhof ein Stahlträger abgestürzt war, wurde das komplette Gebäude für die Untersuchung gesperrt. Im Nah- und Fern­verkehr kam es dadurch zu Störungen. In Dresden wurde bei etwa 430 Einsätzen zudem ein weiterer Freiwilliger Feuerwehrmann leicht verletzt.

In Nordrhein-Westfalen gab es nach Angaben des Innenministeriums bis zum frühen Vormittag 26.672 Feuerwehreinsätze. Pressesprecher Rainer Suttrop be­richtet für die Feuerwehr Dortmund von technischer Hilfe bei 1.482 Einsätzen. „Besonders hervorzuheben ist die Hilfe der Bundeswehr mit drei Kranwagen des Instandsetzungsbataillons“, resümiert er. „Die Orkanböen deckten das Flachdach eines Mehrfamilienhauses ab; 32 Wohnungen wurden evakuiert. Auch zwei Dachstühle hielten der Windlast nicht stand und brachen zusammen“, so Suttrop. Hinzu kamen Bäume auf einer Freileitung und einem Gastank sowie ein -vermut­lich nicht sturmbedingter- Dachstuhlbrand.

Köln: Holzplatten im Museum / Ankerketten bei Rhein-Partyschiff gerissen

In Köln gab es 758 Einsätze, darunter einen Kran, der auf den Neubau einer Schule fiel: „In der Spitzenzeit gegen 19 Uhr gingen in der Leitstelle innerhalb von 15 Minuten 1.400 Anrufe ein“, erklärt Pressesprecher Daniel Leupold. Am Roncalliplatz flogen Holzplatten in das Römisch-Germanische Museum; am Rhein musste ein Partyschiff gesichert werden, nachdem zwei Ankerketten geris­sen waren.

Für Bayern bilanziert Alfons Weinzierl, Vorsitzender des Landesfeuerwehrver­bandes, rund 20.000 Einsätze, bei denen über 75.000 ehrenamtliche Kräfte Hilfe leisteten. Nachdem der Sturm einen Dachstuhl angehoben hatte, musste auch in München ein Mehrfamilienhaus evakuiert werden. „Insgesamt hatten wir bislang rund 700 Einsätze“, sagt Stefan Grad, Pressesprecher der Feuerwehr München.

Hannover/Nürnberg: Über 1.000 Flug- und Bahnreisende betreut

Durch den Sturm kamen auch viele Flug- und Bahnreisenden nicht mehr an ih­ren Zielort: Allein in Hannover und Nürnberg wurden über 1.000 Reisende von Feuerwehr und Rettungsdienst betreut sowie teils in Notunterkünften unterge­bracht. Während die Feuerwehr Hannover insgesamt etwa 500 Einsätze abar­beitete, wurden die Einsatzkräfte in Nürnberg insgesamt etwa 230 Mal aktiv.

In Hamburg wurden die Feuerwehrmänner und –frauen bis in die frühen Mor­genstunden zu 458 Einsätzen gerufen; besonders hervorzuheben sind hierbei diverse Störungen des Bahnverkehrs durch Bäume, das zu zwei Dritteln abge­deckte Dach eines Wohn-Geschäftshauses sowie das teils abgelöste Kupferdach der Hammer Kirche. Die letztere Einsatzstelle konnte erst abgearbeitet werden, nachdem der Orkan nachgelassen hatte; zunächst sperrte die Polizei den Be­reich großflächig ab. Vor allem überflutete Straßen und vollgelaufene Keller for­derten in etwa 1.000 Fällen den Einsatz der Feuerwehren in Schleswig-Holstein, so der Landesfeuerwehrverband.

Nur 28 sturmbedingte Einsätze in Stuttgart

Keine besonderen Ereignisse verzeichneten die Feuerwehren in Gelsenkirchen (490 Einsätze), Frankfurt (300 Einsätze), Leipzig (140 Einsätze) und Kaiserslau­tern (102 Einsätze). Der Stuttgarter Feuerwehr-Pressesprecher Guido Thimm hatte mit lediglich 28 sturmbedingten Einsätzen eine „erfreulich niedrige“ Bilanz zu vermelden.
 

 
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