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Da hatte die Wetterau gehöriges Glück, dass Orkan "Kyrill" auf seinem Zug durch Europa hauptsächlich das nördliche Deutschland überquerte und unsere Region "nur" streifte. Aber dieses Streifen hatte es dennoch in sich, denn über 1.000 Einsatzkräfte der Wetterauer Feuerwehren aus 19 Kommunen waren damit beschäftigt, abgedeckte Dächer zu sichern und umgestürzte Bäume wegzuschaffen. Der für den Katastrophen- und Brandschutz zuständige Dezernent Ottmar Lich dankte noch am Abend allen Einsatzkräften auf das Herzlichste.
Normaler Weise sind zwei Leitstellen-Disponenten pro Arbeitsschicht dafür zuständig, die eingehenden Notrufe zu bearbeiten. Nicht so am gestrigen Abend. Nachdem bereits am späten Vormittag die Warnungen der Wetterdienste düsterer wurden und mit dem vorzeitigen Unterrichtsende in den Schulen ein erster Höhepunkt erreicht war, sollte es am frühen Abend bis gegen 21:30 Uhr noch um ein vielfaches ärger kommen. Über 230 Notrufe wurden bei der "Leitstelle Wetterau", so die Einsatzzentrale des Wetteraukreises, registriert. Nicht enthalten sind darin die Einsätze der Feuerwehren vor Ort, die direkt an die Einsatzkräfte herangetragen wurden. Das überstieg nachvollziehbar die Arbeitskapazität des vorhandenen Personals. Kurzerhand wurde daher weitere Kräfte aus den Freischichten alarmiert, so dass letztendlich sieben Disponenten sowie der Leitstellen-Koordinator Matthias Nickel und Kreisbrandinspektor Otfried Hartmann die "Orkannacht" abarbeiteten.
Von den 25 Wetterauer Kommunen waren 19 betroffen. 102 Freiwillige Feuerwehren mit über 1.000 Feuerwehrleuten waren teils stundenlang im Einsatz. 21 Bundes-, Landes- und Kreisstraßen mussten voll gesperrt werden, da umgestürzte Bäume ein Passieren unmöglich machten. Etliche Häuser waren ebenfalls betroffen, auf die Bäume gestürzt waren. Sogar von umgestürzten Bäumen eingeschlossene Fahrzeuge in Waldgebieten mussten "herausgeholt" werden, was nicht nur für die Eingeschlossenen durchaus lebensgefährlich war. Die Einsatzleiter vor Ort hatten in Einzelfällen entschieden, nur noch in äußersten Notfällen die Straßen von Bäumen frei zu schneiden, da die Gefahr für die eigenen Einsatzkräfte viel zu groß geworden war. Lediglich bei Bundesstraßen wurde nach Kräften der Verkehr am Fließen gehalten.
Neben dem hektischen Einsatzgeschehen waren auch die teils sehr emotionalen Reaktionen der Hilfesuchenden eine Belastung für das Leistellenpersonal. Viel Unverständnis für die von der Natur hervorgerufenen "höheren Gewalt" wurde geäußert und das Personal teils verbal angegriffen! Es fehlte öfters die Einsicht, dass der Mensch einfach machtlos gegen solcherlei Urgewalten ist. Da fiel am gestrigen "Orkanabend" eben mache Geburtstagsfahrt aus. Brandschutzdezernent Lich meinte abschließend sichtlich zufrieden: "Wir können froh sein, dass wir solch viele Fachleute einerseits in der Einsatzzentrale und andererseits vor Ort bei den Feuerwehren und Rettungsdiensten haben. Ich danke allen Einsatzkräften im ganzen Wetteraukreis für die geleistete Arbeit, teils sogar unter Lebensgefahr. Die Wetterauer Bürgerinnen und Bürger können stolz auf Sie sein."
Quelle: Wetteraukreis
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