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Am 26.9.1983 wurde die Feuerwehr Petterweil zu einem mehr als ungewöhnlichen Einsatz am Bahnübergang Selzerbrunnen gerufen. Das Einsatzstichwort lautete: "Brennt Panzer".
Was war passiert?
Im September 1983 führten die US- Streitkräfte und ihre NATO- Partner ein sogenanntes "REFORGER- Manöver" durch. Diese Art von Manöver konnte mehrmals im Jahr im Bereich der NATO stattfinden. Es diente zur Abschreckung des Gegners (Warschauer Pakt), und zur Überprüfung der eigenen Leistungsfähigkeit der Truppen, da hier die Heranführung der Truppen aus USA nach einem Überfall des Warschauer Paktes simuliert werden sollte. An diesem Manöver nahmen alle NATO- Statten teil, auch Einheiten der 3. US- Panzerdivision, die in Friedberg stationiert waren. Gefechtsübungen wurden auch im Raum Karben abgehalten.
Als für die in Karben operierenden Einheiten der Übungstag beendet war, machte man sich auf den Heimweg nach Friedberg. Dabei musste man bei Okarben den Bahnübergang Selzerbrunnen überqueren um zur B3 zu gelangen. Vor der Überquerung sollte die lange Funkantenne des Panzers vorschriftsmäßig heruntergebunden werden, laut Angaben der Verantwortlichen des US- Militärs sei dies auch vorher geschehen. Daher muss man annehmen, daß sich die Antenne just in dem Moment löste, als der Panzer die Bahnstrecke überquerte. Dabei berührte sie den Fahrdraht und es kam zu einem Stromfluss in den Panzer. Hier kann man von Glück sagen, daß die Besatzung den Panzer nicht stoppte sondern noch ca. 100m rollen ließ und dann erst Halt machte. So kamen alle Besatzungsmitglieder mit dem Schrecken davon.
Auf dem Parkplatz des naheliegenden Toom- Marktes übte zur selben Zeit die Jugendfeuerwehr aus Kloppenheim. Diese bemerkten den Zwischenfall und gaben sofort über Funk Alarm. Die Leitstelle alarmierte alle Feuerwehren der Stadt Karben. Die Petterweiler Brandschützer rückten mit 11 Einsatzkräften unter der Leitung von Wehrführer Otto Weber zur Einsatzstelle aus.
Dort brannte wahrhaftig ein Feuerwerk ab. Kleinere und größere Explosionen im Panzer deuteten daraufhin, daß sich noch reichlich Munition im Panzer befinden musste. Aus sicherem Abstand beobachteten die Einsatzkräfte dieses Schauspiel und warteten auf das Eintreffen der Veramtworlichen des US- Militärs. Doch auch mit denen konnte keine klare Aussage über das weitere Vorgehen in diesem Fall getroffen werden. Im Gegenteil, widersprüchliche Aussagen über die Art der Munition (scharfe oder Übungsmunition) über die Wahl des Löschmittels (Wasser oder Schaum) verzögerten die Arbeiten sehr. Gefällte Enstcheidungen von einem Verantwortlichen wurden kurz darauf wieder von einem anderen revidiert. So passierte eine ganze Zeit lang nichts.
Von Seiten der Feuerwehr wurden GTLFs der Feuerwehren aus Frankfurt, Bad Nauheim und Bad Vilbel alarmiert um genug Wasser und leistungsfähige Monitore bereit zu halten. Der Einsatz findet auch Erwähnung im Einsatzarchiv der BF Frankfurt. Als dann das offizielle OK der Verbindungsleute vom Militär kam, begannen die Einsatzkräfte den Panzer mit mehreren Rohren zu löschen. Die Hitze, die aber noch nach dem löschen im Panzer herrschte machte einen Abtransport erst in den frühen Morgenstunden möglich. Dann wurde er mit einem Tieflader nach Friedberg in die Kaserne transportiert.
Die Verantwortlichen der 3. US- Panzerdivision ließen es sich nicht nehmen, ihre Dankbarkeit und Hochachtung gegenüber allen Beteiligten zum Ausdruck zu bringen. So wurden alle Einsatzkräfte die an diesem Einsatz teilgenommen hatten schon kurze Zeit Später zu einem Festakt in die Ray Barracks nach Friedberg eingeladen. Dort brachte die Besatzung des Panzers nochmals ihren Dank zum Ausdruck. Der Kommandeur der 3. US- Panzerdivision in Friedberg Oberst Sullivan überreichte dann jeder eingesetzten Feuerwehr eine in militärkreisen übliche Dankesurkunde als Zeichen der Anerkennung.
Weiter waren an diesem Einsatz neben der Feuerwehr und dem US- Militär auch Einheiten der Bundeswer, der Polizei und des Rettungsdienstes beteiligt.
Auch dies war ein Einsatz, der den Einsatzkräften der FF- Petterweil lange in Erinnerung geblieben ist.
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