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Am 30.4.1976 ereignete sich im Stadtteil Petterweil auf dem ausenliegenden Hofgut der Familie Geist, unter den Bürgern damals auch als "Texas Ranch" bekannt einer der spektakulärsten Großbrände den die Feuerwehr Petterweil in ihrer bis dahin jungen Geschichte zu bekämpfen hatte.
Auch hier zeigte sich, daß Bauernhöfe wahre "Wundertüten" sind was Gefahrenquellen angeht. Die Umstände und der Ablauf des Einsatzes allgemein machen ihn besonders erwähnenswert.
Gegen 10:30 Uhr wurden zwei Arbeiterinnen des Hofes die sich zu diesem Zeitpunkt alleine auf dem Hof befaden durch einen lauten Knall aus ihrem Arbeitsalltag gerissen. Als sie nachschauen gingen, konnten sie sehen, wie meterhohe Flammen aus einem Haufen Materialien schlugen die neben dem Schweinestall gelagert waren. Noch ehe sie sich von ihrem Schrecken richtig erholen konnten hatte das Feuer rasend schnell auf den Rest der Lagergutes und den halben Schweinestall übergegriffen. Eine der beiden Frauen begann nun die Schweine aus dem Stall zu treiben, konnte aber nicht zu allen Schweinen vordringen, da einige schon von den Flammen eingeschlossen waren.
Die andere Frau versuchte einen Notruf abzusetzten was aber nicht so einfach war, weil der Hof über keinen Telefonanschluss verfügte. So konnte nur über Umwege die Feuerwehr alarmiert werden. Hier passierte die nächste Panne, da dem Stadtbrandinspektor wohl nur ein Zimmerbrand gemeldet wurde veranlasste er dementsprechend auch nur die notwendigen Maßnahmen. So wurde zunächst nur die Feuerwehr Petterweil alarmiert. Doch auch dies erwies sich als nicht so einfach. Da ausgerechnet an diesem Tag die Sirenen im Ort nicht funktionierten, sie waren kurz vorher umgeschaltet worden (Hier stritten Post und E- Werke anschließend über die Schuldfrage) kam es zu einer Verzögerung bei der Alarmierung des Einsatzkräfte.
Die Feuerwehr Petterweil sah sich anfangs völlig alleine diesem "Inferno" ausgesetzt. Da noch keine weiteren Kräfte alarmiert waren mussten die Einsatzkräfte zunächst alleine mit dem Brand fertig werden. Der Tank des LF 16 war bald leer, und der Aufbau der Wasserversorgung verzögerte sich, weil ein brauchbarer Hydrant in weiter Entfernung lag. Der nahegelegene Riedmühlbach führte nicht genügend Wasser um eine Saugleitung in Betrieb zu nehmen. Das Feuer hatte mittlerweile ein Heizöllager und ein Treibstofflager für die Maschinen erreicht. Die Einsatzkräfte versuchten dieses Lager zu schützen. Gleichzeitig mussten sie aber auch versuchen das Wohnhaus zu schützen, hier waren durch die Hitze schon erste Fensterscheiben geplatzt. Mittlerweile eingetroffene Bewohner und Arbeiter des Hofes räumten die betroffenen Räume aus um dem Feuer keine Nahrung zu bieten.
Hilfe kam im wahrsten Sinne des Wortes aus der Luft. Ein Polizeihubschrauber der auf dem Rückflug von einem Einsatz war hatte die dicke schwarze Rauchsäule gesehen und war in die Richtung gelfogen um zu sehen was los war. Als die Besatzung den Brand und dessen Ausmaße sah, schlug man über Funk so heftig Alarm, daß nun umgehend die Alarmierung aller Wehren aus Karben erfolgte und zusätzlich noch Kräfte der Feuerwehr Bad Vilbel nach Petterweil eilten.
Dort waren die Einsatzkräfte fast über eine halbe Stunde alleine mit der Bekämpfung des Brandes beschäftigt bis Hilfe eintraf. Nun konnte der Brand massiv bekämpft werden. Doch das weitläufige und unübersichtliche Gelände erwies sich als sehr tückisch.
Hinzu kam, daß mittlerweile auch viele Bürger sich auf den Weg zum Hof gemacht hatten und mit ihren Fahrrädern und Autos die Zufahrten blockierten und Bordsteinkommandanten die Arbeit der Feuerwehr ständig kritisierten. Erst als die Besatzung des Polizeihubschraubers der immer noch über der Einsatzstelle kreiste über den Außenlautsprecher die Menschen ernergisch aufforderte die Straße zu räumen besserte sich die Lage etwas. Dennoch wagten neugierige sich sehr nah an die Einsatzstelle heran. Hier begannen aber die mittlerweile doch sehr aufgehizten Heizölfässer zu platzen und explosionsartig zu zerbersten. Dies gefährdete Zuschauer und Einsatzkräfte gleichermaßen.
Erst spät am Abend konnte die Feuerwehr den Brand als weitgehend gelöscht betrachten. Eine Brandwache wurde gestellt und es mussten Ölfässer gekühlt, Glutnester beseitigt und aufflackernde Brandnester abgelöscht werden.
Die Bilanz dieses Feuers, ca. 100.000 DM Schaden, 60 verbrannte Schweine, 150 verbrannte Kaninchen, 3 verletzte Bewohner des Anwesens, und eine Geschichte ,die die älteren Kameraden der Feuerwehr Petterweil noch heute gerne erzählen.
Laut Presseberichten konnte die Brandursache nie genau ermittelt werden, man ging zwar davon aus, daß eine Selbstentzündung ausgeschlossen werden konnte, genaues wurde jedoch nie ermittelt. Zu allem Unglück war der Besitzer des Hofes nicht versichert.
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